Bruno Haid: “Hab Freude am Job, aber mach nicht so ein Theater”

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Bruno Haid ist kreativer Entrepreneur, der viel auf Reisen ist. Er ist Co-Founder von work|i|oThe Caravanserai und Hiro. Uns hat er im Gespräch verraten, was er im Laufe der Jahre herausgefunden hat und wie sein Arbeitsalltag aussieht.

Deine Lieblings-App für den Arbeitsalltag?

Ich bin Spätzünder was Sunrise betrifft, es hilft beim Organisieren und Vorbereiten von Terminen. Außerdem verwende ich einen geteilten Window Manager der Ordnung in den Desktop bringt und mich einfach zwischen verschiedenen Arbeitsmodi (Kommunizieren, Recherchieren, Coden etc) wechseln lässt.

Mit dieser Persönlichkeit würde ich gerne ein Startup gründen:

Abgesehen vom grandiosen Team, mit dem wir gerade Caravanserai starten, und wenn ichs mir schon aussuchen kann: Mit Martin Luther King. Ich würde mit ihm an einem Protokoll arbeiten, dass so seltsam spätkapitalistische Apps wie Uber, AirBnb etc. durch Alternativen ersetzt, die den Nutzern gehören und neue kulturelle Paradigmen wie Grundeinkommen ermöglichen.

Martin Luther King weil er die Disziplin hatte, nicht nur eine Perspektive zu entwickeln, sondern diese auch trotz enormer Rückschlaege der breiten Masse verständlich zu machen. Und ihm wäre vermutlich genauso egal, dass wir damit kein Geld verdienen werden.

Was tust du, um produktiv zu sein oder deine Produktivität zu erhöhen?

Versuchen besser in mich hineinzuhören, abends und morgens kurz bewusst reflektieren. Mindestens einen Tag die Woche komplett arbeitsfrei halten. Ich dachte immer, dass Prokrastination primär eine Organisationsfrage ist, jetzt entdeckt die Psychologie langsam, dass es ein wesentlich größerer Hebel ist, die eigene Befindlichkeit zu managen.

Nach fast fünf Jahren an durchgehend “versemmelten” Unternehmungen hat das enorm geholfen.

Woraus besteht dein Arbeitsplatz, welche Essentials findet man auf deinem Schreibtisch?

Thinkpad, getethertes iPhone mit globalem Roaming, “Schmierzettel”, den ich abends jeweils auf einen neuen transkribiere.

Was stört dich am Unternehmertum am meisten?

Entrepreneurship Porn: Diese “Ach wir sind so tough und clever und verändern die Welt obwohl uns kaum jemand versteht” Attitüde.

Wie Josef Hader mal so schön und überheblich meinte: “Da is mir jeder Hackler am Arsch lieber, der das ganze Jahr wässriges Bauchfleich frisst und sich mit dem Gesparten auf die kanarischen Inseln haut”.

Es gibt nur eine handvoll wirklicher Berufe auf der Welt: Lehrer, Pfleger, Feuerwehrfrau usw., alles andere ist an sich schon ein Privileg.

Hab Freude an deinem Job, mach ihn gut oder einen anderen, aber nicht so ein Theater drum.

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About Author

Hallo, ich bin Silicon Valley Reporterin, lebe in San Francisco, trinke meinen Kaffee selten aus und bin großer Fan vom Dog Park ums Eck. Ruft mich nicht an.

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