Codeship-CEO Moritz Plassnig: “Halte nichts davon, herumzujammern”

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Der Österreicher Moritz Plassnig sitzt mit seinem Startup Codeship in Boston, denn in den USA sitzen auch die meisten Kunden des Unternehmens. Codeship bietet eine Testumgebung für Software-Applikationen, um Updates zeitnah auszurollen. “Quasi das technische Framework hinter dem Lean Startup-Movement”, erklärt der Gründer und CEO. Den Lean Startup-Gedanken lebt er auch bei Codeship, wie er im Interview durchblicken lässt. 

Deine Lieblings-App für den Arbeitsalltag?

Ich wuerde sie nicht zwangsläufig als meine Lieblings-App bezeichnen, aber nachdem ich jeden Tag sehr viel Zeit darin verbringe, habe ich GMail lieben gelernt. Ohne Slack, Trello & Evernote könnte ich sicherlich auch nicht arbeiten, denn ich verbringe geschätzte 90 Prozent meiner Zeit vor dem Computer und Handy in diesen 4 Apps.

Abgesehen von Apps für die Arbeit bin ich wahrscheinlich die einzige Person, die nach wie vor Foursquare (und Swarm) benutzt.

Mit welcher Persönlichkeit würdest du gerne ein Startup gründen?

Mit dem Codeship Team. Ist vielleicht ein “Captain Obvious”-Statement, aber ansonsten hätten wir ja einiges falsch gemacht. Ich bin mir sicher, dass einige von uns auch in der Zukunft gemeinsame berufliche und private Dinge unternehmen werden.

Was tust du, um produktiv zu sein oder deine Produktivität zu erhöhen?

Genug schlafen 😉 Den größten Einfluss auf meine individuelle Produktivität hat sicherlich: Fit sein, sprich gesund ernähren, Sport machen, ausgeglichen & happy sein, etc. Im alltäglichen Arbeitsablauf bin ich fokussiert darauf, einzelne Task nacheinander vollständig abzuarbeiten, Context- Switches zu vermeiden und die Zeit  dezidiert für bestimmte Tätigkeiten blocken, um fokussiert an einem einzelnen Task arbeiten zu können. Inbox Zero ist essentiell für mich, denn ich sehe Emails nur als eine lange Queue an Requests die ständig abgearbeitet und an in die richtigen Orte umsortiert werden müssen (inbesondere Trello; weil in meinen Augen Email und jeder Email-Client nicht als Taskmanager verwendet werden sollte).

Aber eigentlich ist das alles komplett irrelevant, denn individuelle Produktivität ist ein unwichtiges lokales Maxima ist in einem Team. Wenn ich nur auf Kosten anderer produktiv bin, sinnlos. Sprich ich mache zwar Dinge, die mich eventuell etwas unproduktiver machen, aber dafür dem Team helfen. Zum Beispiel konzeptioniere ich irgendetwas, möchte ich ungestört arbeiten für ein bis zwei Stunden. Wenn in der Zeit jemand anderes geblockt ist und von mir eine Antwort benötigt, ist es wahrscheinlich fürs Team besser, wenn ich ein bisschen  an Produktivität verliere.

Woraus besteht dein Arbeitsplatz, welche Essentials findet man auf deinem Schreibtisch?

MacBook, Noise Canceling Headset, ein Glas Wasser – that’s it. Nachdem es mittlerweile nach 10 Uhr am Abend ist fehlt der Kaffee, der wäre ansonsten auch noch da. Bin was meinen Arbeitsplatz angeht ein ziemlicher Minimalist, arbeite auch in einem Coffeeshop und kann auch im Flugzeug und an anderen unmöglichen Orten super arbeiten.

Moritz Plassnigs Arbeitsplatz

Moritz Plassnigs Arbeitsplatz

Was stört dich am Unternehmertum am meisten?

In meinem Microcosmos stört mich persönlich gar nichts. Klar gibt es Dinge, die nicht angenehm sind. Aber im Grossen und Ganzen passt es, sonst würde ich es ja auch nicht machen.

Auf einem Macrolevel stört mich eine ganze Menge, angefangen bei idiotischen Unicorns,  über den Hype um San Francisco bis hin zur Unfähigkeit in der Politik. Halte aber nichts davon, herumzujammern und probiere mit der begrenzten Zeit, die ich habe in meinem lokalen Ökosystem etwas zu bewegen. Das ist im Moment primär Boston und ein bisserl Wien und Österreich.en.

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About Author

Berichtet als freie Silicon Valley-Korrespondentin über Technologie und Wirtschaft und betreibt seit 2014 das Portal Fillmore.

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