Roman Weishäupl: “Für alles selbst verantwortlich sein? Ist doch geil!”

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Roman Weishäupl ist Mitgründer der Beziehungs-App Twyxt und arbeitet in San Francisco an seiner neuen App: DarkRoom ist ein verschlüsselter Messenger. Bei Five on Fillmore erklärt Weishäupl, warum er nicht bei jeder Email aufspringt. 

Deine Lieblings-App für den Arbeitsalltag?

Auch wenn ich jetzt ein Party-Pooper bin… selbstverständlich meine eigenen Apps. Mit meiner Freundin kommuniziere ich nur über Twyxt, das ist bei mir gleich auf dem Dock, da kann ich die Prioriäten richtig setzen, da wir in einer Fernbeziehung sind, ist das für mich die wichtigste App. Innerhalb der Firma benutzen wir Slack zur Kommunikation und ist daher weit oben in der Benutzung. Mit meinem Co-Founder besprechen ich alle wichtigen und sensiblen Sachen nur über den DarkRoom.

Super finde ich “Cash” von Square, richtig einfach Geld hin und her zu schicken, zum Beispiel beim Mittagessen wenn einer mal sein Geld vergessen hat. Ein Service, den ich super finde und meine, dass ihn jeder haben sollte ist: BeMyEyes, eine App um Blinden Menschen via Smartphonekamera helfen zu können.

Mit dieser Persönlichkeit würde ich gerne ein Startup gründen:

Ohne Mist. Für mich, die beste Person um ein Unternehmen zu gründen, ist und bleibt meine Schwester. Ich hatte noch nie ein so offenes, direktes und vertrauenswürdiges Arbeitsverhältnis. Keine Geheimnisse, kein Unehrlichkeiten. Alles wird auf den Tisch gebracht und gelöst. Selbst wenn wir uns mal streiten ist eine Minute danach wieder alles gut zwischen uns. Ich kann mich absolut immer und überall auf sie verlassen und ihr vertrauen. Das hab ich noch nie erlebt.

Aber wenn ich jemanden nennen müsset, den jeder kennt, könnte ich sagen, dass ich gerne mal mit Elon Musk oder Tony Hsieh arbeiten würde. Aber ich versuch mal was anderes. Ich bin absolut fasziniert von Charlie Munger und seiner Philosophie vom täglichen lernen. Mit so einem intelligenten und belesenen Menschen sich jeden Tag auszutauschen wäre der Hammer. Er hat auf jeden Fall schon etwas in seinem Leben erreicht und aufgebaut. Da kann nur Gutes dabei rauskommen.

Was tust du, um produktiv zu sein oder deine Produktivität zu erhöhen?

Wenn ich mich an den Schreibtisch setze, versuche ich als aller erstes Dinge in Gang zu setzen. Ein paar Emails raus schicken und Bewegung in die Sache bringen. Erst wenn die Räder sich drehen, gönne ich mir den ersten Kaffee. Den hab ich mir dann verdient. Ich versuche fokusiert zu arbeiten. Ich bin keiner der bei jeder Email gleich aufspringt und diese sofort beantwortet. Das ist bei mir organisiert, wenn Zeit für Emails ist, mach ich die. Wenn nicht, müssen die warten. Notifications sind meistens ausgeschaltet, das lenkt nicht ab. Ich versuch mir auch immer mal eine Pause zu gönnen um zu lesen. Leider schaff ich das zu selten, aber in der Theorie würde ich gerne jeden Tag Nachmittags eine Stunde lesen.

Woraus besteht dein Arbeitsplatz, welche Essentials findet man auf deinem Schreibtisch?

Etwas Chaos gehörte schon immer auf meinen Schreibtisch. Neben Laptop, Screen, zwei Notizbüchern (eines für irgendwelche Notes und eines für wichtige Meetings), mehreren Telefonen zum testen, ein Glas Wasser, Kaffee und Kopfhörer benutze ich immer noch einen deutschen Wochenkalender (Mo. bis So., der Amerikanische ist So. bis Sa.) zum Umklappen. Den brauch ich noch haptisch, um die Übersicht von Events, wichtige Termine oder Privaten zu haben. Zur Erinnerung an die Heimat habe ich ein Stück Berliner Mauer, um mich an die Werte von Freiheit und Gleichheit zu erinnern.

Was stört dich am Unternehmertum am meisten?

Was ist denn das Unternehmertum? Die Möglichkeit, frei zu sein? Entscheidungen selbst zu treffen und immer volles Risiko zu gehen? Absolut für alles und selbst Verantwortlich zu sein? Das ist doch geil. Jeder, der diesen Weg beschreitet und dabei bescheiden bleibt hat allen Respekt verdient. Menschen, die Erfolg dabei haben, dürfen sich auch mal was erlauben. Alles, was selbst erarbeitet ist, ist auch verdient und kann genossen werden. Könnte es manchmal einfacher sein… logisch.. aber dann wären wir nicht hier.

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About Author

Berichtet als freie Silicon Valley-Korrespondentin über Technologie und Wirtschaft und betreibt seit 2014 das Portal Fillmore.

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