Blossom-CEO Thomas Schranz: “Pay it forward – ohne Geld”

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Der Wiener Thomas Schranz ist Mitgründer und CEO des Projektmanagement-Tools Blossom.

Die Software wird von Silicon Valley-Größen wie Twitter eingesetzt und das Geschäft ist profitabel. Schranz verbringt selbst mehrere Monate pro Jahr in San Francisco, um den Unternehmer-Spirit zurück nach Österreich zu bringen. Seine persönlichen Gedanken schreibt er bei Medium nieder.

Deine Lieblings-App für den Arbeitsalltag?

Schwer, nur eine zu nennen aber ziemlich begeistert bin ich derzeit von IntelliJ IDEA. Das ist ein Text Editor,  mit dem man Source Code bearbeiten kann. Das Besondere ist, dass er viele Programmiersprachen unterstützt und automatisch vervollständigen kann. IntelliJ ist also ein Text Editor der vorausahnen kann was man vermutlich schreiben möchte. Das funktioniert besonders gut, wenn die Programmiersprache die man verwendet dafür optimiert wurde, in meinem Fall ist das Dart.

Mit welcher Persönlichkeit würdest du gerne ein Startup gründen?

Ich hätte gerne mit Ada Lovelace zusammengearbeitet. Sie war eine Mathematikerin, die 1883 das erste Computer Programm geschrieben hat. Aber vielleicht noch spannender als die Tatsache selbst ist der Kontext. Das Programm, eine Methode um Bernoulli Zahlen zu erzeugen, war ein Teil von Adas Randnotizen um anderen Wissenschaftern ihrer Zeit zu zeigen welche Dinge mit diesen sogenannten analytischen Maschinen möglich sein werden. Sie hat also die Idee einer abstrakten und flexiblen technischen Maschine anderen zugänglich gemacht indem sie die erste Anwendung dafür geschrieben hat.

Somit war sie nicht nur der erste Mensch, der ein Computer Programm geschrieben hat, sondern auch eine Persönlichkeit die ihr Wissen und ihr Verständnis für Innovation mit anderen Leuten teilen wollte und einen Weg gefunden hat das zu tun. Vor 1883 hat das Potential dieser Rechenmaschinen ausser Ada noch kaum jemand erahnt.

Ohne Ada Lovelace würden wir heute in einer ganz anderen Welt leben. Unmöglich vorzustellen woran sie heutzutage arbeiten würde. Who wouldn’t join her?

Was tust du, um produktiv zu sein oder deine Produktivität zu erhöhen?

Ich schau, dass ich immer Kaffee vom Kaffemik oder von Ritual Coffee bei mir hab.

Woraus besteht dein Arbeitsplatz, welche Essentials findet man auf deinem Schreibtisch?

Macbook, iPhone, Papier, Sharpie.

Was stört dich am Unternehmertum am meisten (und was tust du dagegen)?

Am meisten stört mich, dass sich in Österreich und Europa nur sehr sehr langsam eine “Pay-it-forward”-Kultur etabliert. Oft wird implizit, erwartet dass eine Helfende Hand nun etwas gut hat und der Empfänger der Hilfe in Schuld steht. Erbsenzählen.

Das schränkt künstlich ein wie viel Hilfe geleistet wird und in welchen Umständen. Auch nach Hilfe zu fragen wird durch diese Dynamik erschwert. Paying-it-forward ist eine simple Alternative dazu. Paying-it-forward ist die Essenz, die Entrepreneurship im Valley trägt. Wenn du mir mit etwas hilfst,  dann wird im Valley erwartet, dass ich aus Dank jemandem anderen helfe. Dadurch entstehen neue Transaktionen. Unzähligen weiteren wird geholfen. Das ist unbezahlbar.

Im Valley zählen zwei Dinge: Reputation und das Ermöglichen von Chancen. Geld gibt es genug, es ist nichts wert. Wir haben zum Beispiel Tipps von unseren Konkurrenten bekommen wie wir unseren Service und unser Marketing verbessern können. Solche Erlebnisse sind in Europa noch eher selten aber es tut sich was. Es wächst eine neue Generation heran, bei der paying-it-forward in der DNA ist.

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About Author

Berichtet als freie Silicon Valley-Korrespondentin über Technologie und Wirtschaft und betreibt seit 2014 das Portal Fillmore.