Informatics Innovation Center Leiterin Birgit Hofreiter: AustrianStartups, Diversity und Startup Hotspots

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Wir wollen uns zum Jahresende nicht nur mit Jahresrückblicken beschäftigen, sondern auch einen Blick ins nächste Jahr wagen. Natürlich hoffen wir da unter anderem auch, dass es mehr Frauen in der österreichischen Startup Szene geben wird. Schon jetzt haben wir uns mit Birgit Hofreiter, Head of Informatics Innovation Center der TU Wien, und Mitglied des Advisory Boards von AustrianStartups über 2016, Diversity und Startup Hotspots unterhalten.

Das von Ihnen geleitete Informatics Innovation Center, an der TU Wien, hat heuer den Wirtschaftskammerpreis erhalten. Welche Pläne gibt es für das nächste Jahr und was war ein Highlight in diesem Jahr?

Die TU Wien steht für wegweisende technische Innovationen. Im Informatics Innovation Center arbeiten wir weiter daran, dass diese Innovationen eine wichtige Triebfeder für neue Geschäftsmodelle werden. Dazu setzen wir nicht nur auf den Ausbau unserer einschlägigen Qualifikationsprogramme, sondern auch auf eine enge Zusammenarbeit mit herausragenden Repräsentanten der Gründerszene – in Österreich, aber auch international.

Das Informatics Innovation Center hat mit der i2c StartAcademy ein österreichweit einzigartiges Bootcamp für R&D Kommerzialisierung, wo Wissenschaftler ihre Ergebnisse auf Verwertbarkeit überprüfen. Zusätzlich bietet es ein Ergänzungsstudium für StudentInnen zu Intra- und Entrepreneurship an einer Technischen Universität. Vielversprechende Startup/Spin-off Projekte aus beiden Programmen werden im TU eigenen Co-Workingspace (i2c FounderSpace) betreut. Mentoren und Investoren stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Der Wirtschaftskammerpreis, der diese Aktivitäten ausgezeichnet hat, war sicher eines der Highlights in diesem Jahr.

Für das nächste Jahr ist der Aufbau eines Entrepreneur in Residence Programms geplant, sowie ein Programm zur Co- und Open Innovation. Erwähnenswert ist sicher auch, dass wir ganzjährig öffentliche, international besetzte Veranstaltungen zum Thema Entrepreneurial University sowie Founder- und Investoren-Talks bieten.

Sie sind auch Mitglied des Advisory Boards vom Verein AustrianStartups. Was ist da Ihre Aufgabe?

Ich sehe hier vor allem zwei zentrale Aufgaben.

Erstens wollen wir zu einer anregenden und leistungsfähigen Gründerkultur in Österreich beitragen. Dazu gehört, dass Unternehmensgründer einen besseren Zugang zu Risikokapital erhalten, aber auch, dass die gesellschaftliche Wertschätzung für innovative Geschäftsmodelle zunimmt.

Zweitens muss der Bildungssektor, vor allem – aber nicht nur – die Universitäten besser auf die Entwicklung innovativer und marktfähiger Produkte vorbereiten. Dabei geht es nicht allein um die Schaffung attraktiver Investitionsmöglichkeiten, sondern viel mehr darum unsere Gesellschaft darauf vorzubereiten den gigantischen digitalen Transformationsprozess, der ja gerade erst begonnen hat, erfolgreich zu meistern.

Auf dem Twitter Account des Informatics Innovation Center werden immer wieder Artikel über das Silicon Valley gepostet. Welche Städte sollten Startups aus Österreich 2016 noch im Auge behalten?

Es ist sicher sinnvoll sich laufend über Aktivitäten überall in der Welt zu informieren. Ich würde mich da ungern auf das Silicon Valley, Tel Aviv, Berlin oder London beschränken.

Auch an vielen anderen Orten entstehen beeindruckende Ideen. Deshalb scheint es mir wichtiger sich fokussiert über einschlägige Netzwerke auszutauschen als ehrfürchtig auf einige „Start up Hotspots“ zu schauen.

Auch über Diversity Themen liest man auf dem Twitter Account. Wie wird sich das Informatics Innovation Center 2016 damit auseinandersetzen?

Es ist die große Chance digitaler Geschäftsmodelle, dass sie eben nicht auf regionale oder nationale Märkte beschränkt sind, sondern global umgesetzt werden können. Um international erfolgreich zu sein, muss man aber die Besonderheiten nationaler Märkte sehr genau kennen.

Man muss also eine Strategie für den Umgang mit der Diversität von Absatzmärkten entwickeln. Gleichzeitig sind auch die Mitarbeiter durch eine zunehmende Diversität – jenseits der traditionellen Geschlechterdichotomie – gekennzeichnet. Auch hier sind Unternehmenskulturen gefragt, die diese Art von Vielfalt kreativ und produktiv zu nutzen erlauben.

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Hallo, ich bin Silicon Valley Reporterin, lebe in San Francisco, trinke meinen Kaffee selten aus und bin großer Fan vom Dog Park ums Eck. Ruft mich nicht an.

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