SF Homeless Project: Wie Videos und Texte gerade gegen Obdachlosigkeit kämpfen

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San Franciscos The Chronicle und etwa 80 weitere Medien beschäftigen sich derzeit mit dem Schwerpunktthema Obdachlosigkeit. Die Idee zum SF Homeless Project kam The Chronicle Chefredakteurin Audrey Cooper Anfang des Jahres, da begann sie andere Zeitungen mit ins Boot zu holen.

“Neil, die Polizisten sind gekommen und haben die Sachen von allen mitgenommen. Tut mir Leid!” Jessica Christian hat für die San Francisco Zeitung The Examiner dieses ausdrucksstarke Foto von Neil aufgenommen. Er lebt seit vier Jahren auf der Straße, nachdem er seine krebskranke Frau tot in der gemeinsamen Wohnung fand, konnte er nicht mehr dorthin zurückkehren. Heute muss er sich so manchmal unfreiwillig von vielen seiner Sachen trennen, wenn diese einfach mitgenommen werden.

Mit der Hilfe von 360 Grad

BuzzFeed besuchte ein Obdachlosenwohnheim in San Francisco und ließ eine Bewohnerin mit der 360-Grad-Kamera filmen. Daraus entstand eine Führung durch die Unterkunft, während LeAnne Jones mehr über ihre ganz persönliche Geschichte erzählt.

Was würdest du machen?

“Du bist eine Mutter von zwei Kindern, die in San Francisco lebt. Dein Partner unterstützt dich finanziell […] An einem Nachmittag hast du eine Auseinandersetzung, die gewalttätig wird. Du fühlst dich nicht mehr sicher. Du nimmst dir schnell ein paar Sachen und deine Kinder und hast 20 Dollar in deiner Tasche.” Was machst du? Verlässt du San Francisco oder bleibst du?

Buzzfeed hat dazu ein interessantes Quiz erstellt, das einen hautnah erleben lässt vor welche Entscheidungen man gestellt ist, wenn man kein Dach über dem Kopf hat.

Etwa 6600 Menschen sind in San Francisco obdachlos, eine Reihe von Videos zeigt, welche Herausforderungen im täglichen Zusammenleben in der Stadt an der US-Westküste dadurch entstehen:

“Rick ist der Einzige, der mich jemals wirklich geliebt hat”, sagt Sam über seinen Hund. SFist hält in einem Artikel fest, welche Bedeutung Tiere für obdachlose Menschen haben.

Wie ein Algorithmus helfen kann

Obdachlosigkeit hört nicht an den Grenzen von San Francisco auf. Rund 6500 Menschen ohne Wohnsitz gibt es auch in Santa Clara County, gleich neben Palo Alto im Silicon Valley, wo Palantir und Tesla zuhause sind.

Dort entstand auch das Silicon Valley Triage Tool, ein Algorithmus, der dabei helfen soll, den Menschen die am dringendsten ein Dach über dem Kopf brauchen, eine Unterkunft zu finden. Wie es genau eingesetzt werden soll, steht allerdings noch nicht fest.

Von der Straße zum Tech Unternehmen

Del Seymour war selbst zwölf Jahre auf der Straße. Er gründete Code Tenderloin und hat heute bereits mehr als 60 Menschen dabei geholfen ins Arbeitsleben zurückzufinden, sie bekamen etwa Jobs bei Zendesk, Airbnb, Dolby und Uber. 70 Prozent der Jobs in diesen Firmen haben mit Technologie zu tun, doch da versteckt sich noch mehr. Ein Hauswart wird genauso gebraucht, wie ein Security Mitarbeiter. Diese Jobs will Code Tenderloin unter anderem besetzen.

Der San Francisco Chronicle brachte ein Editorial über Obdachlosigkeit am 3. Juli auf das Cover seiner Printausgabe. Darin heißt es: “Das ultimative Ziel ist es Obdachlosigkeit zu verhindern, nicht zu managen.” Das ist wohl auch das Ziel der Kampagne.

Eine Liste weiterer bereits über das Thema geschriebener Artikel findet man online.

In diesem Video spricht Audrey Cooper noch einmal über ihre Vision: “Get people off the street!”

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Hallo, ich bin Silicon Valley Reporterin, lebe in San Francisco, trinke meinen Kaffee selten aus und bin großer Fan vom Dog Park ums Eck. Ruft mich nicht an.

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