So schreibt man einen Artikel mit Signal, dem neuen Tool für Journalisten von Facebook

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Am Donnerstag launchte Facebook Signal, ein Tool für Journalisten, das bei der Recherche auf FB und Instagram unterstützen soll. Bereits 2013 führte Facebook klickbare Hashtags und Graph Search ein. Beides erleichterte die Arbeit mit dem Social Media Netzwerk, hatte aber auch mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Nun gibt es einen vielversprechenden Versuch das besser zu machen und Journalisten exklusiv eine attraktive Hilfe zu bieten.

Andy Mitchell, Media Partnerships bei Facebook, schreibt dazu:

We’ve heard from journalists that they want an easy way to make Facebook a more vital part of their newsgathering with the ability to surface relevant trends, photos, videos, and posts on Facebook and Instagram for use in their storytelling and reporting.

Von Hashtags, Graph Search, Trending Topics zu Signal

Mit mehreren Schritten hatte sich Facebook bereits in den letzten Monaten mit dem Launch von unterschiedlichen Features und kuratierten Inhalten dem angenähert, was man heute in Signal vorfindet. Neben der im letzten Jahr größtenteils wieder eingestellten Graph Search und den oftmals unübersichtlich angeordneten Postings, die man zu einem Hashtag auf Facebook findet, sind die Trending Topics ein wichtiger Aspekt. Diese haben Potential die wichtigsten Schlagzeilen von Tageszeitungen zu ersetzen und könnten ein Öffnen von Newsseiten neben dem Facebook Tab obsolet machen. Kuratierte Inhalte, die nun mithilfe von Storyful auch bei Signal mit eingebunden sind, finden sich ebenso auf den Facebook Seiten FB Techwire und FB Newswire.

Mittels CrowdTangle werden zu den Themen News, Politics, Influencers, Sports und Entertainment die Trending Posts angezeigt.

On a personal note, I’m really excited about launching Signal partly because it’s the second product we’ve released this…

Posted by Liz Heron on Thursday, September 17, 2015

Im Moment Fokus auf die USA

Signal beschränkt sich im Moment stark auf die USA, bietet aber auch einige Daten für Kanada.

Journalisten und Journalistinnen aus etwa Europa sind aber trotzdem eingeladen das Tool zu testen, auch, wenn es für sie derzeit weniger lokale Daten gibt. Einiges, wie etwa die Instagram Search, funktionieret aber einwandfrei auch für Content aus Österreich und Deutschland.

Den Code zum Embedden eines Posts bekommt man jeweils direkt in Signal, mit Klick auf den Post, das Tool muss man dazu nicht verlassen.

Zugang online beantragen

Wer Journalistin oder Journalist ist, kann den Zugang zu Signal ganz einfach online beantragen. Nach dem Ausfüllen des Formulars erhält man ein Email auf das man antworten muss, dabei wird überprüft, ob man tatsächlich journalistisch tätig ist. Obwohl das Formular sagt, dass man keine Gmail Adressen angeben kann, was für einige als Freie arbeitende eine Herausforderung sein kann (viele haben keine Email Adresse zu einem Medium), konnten wir von Facebook erfahren, dass es auch in Ordnung ist, eine eben solche Email Adresse anzuführen. Hauptsache, man ist tatsächlich Journalistin oder Journalist, da dies eben ein exklusiv dieser Berufsgruppe vorbehaltenes Werkzeug ist.

The FB News team is taking a big step in making Facebook and Instagram more useful to journalism. Today we are shipping…

Posted by Andy Mitchell on Thursday, September 17, 2015

Und hier ist ein Beispiel eines Artikels, der bereits mit der Hilfe von Signal erstellt wurde:

Ähnlich wie bei Twitter kann man so nun Zahlen, von dem von mehr als einer Milliarde Menschen täglich benutzten Netzwerk, besser in Berichterstattungen einfließen lassen.

Wie aber läuft nun das Arbeiten mit Signal genau ab?

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Nicht nur Themen, die bereits trenden, sondern auch die, welche womöglich gerade erst dabei sind Trending Topic zu werden kann man beobachten. Besonders praktisch für Redaktionen, die schon so früh wie möglich wissen wollen, worauf sie sich eventuell vorbereiten müssen.

What is Emerging indicating?
When conversations around certain topic key words are detected by the Facebook Trending algorithm, they get grouped together and surface here. Not everything in this list becomes an authentic trend but it’s a good place for discovery.

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Bei den Trending Topics selbst, hier am Beispiel des Erdbebens in Chile, kann man nicht nur aus einer Fülle von Posts auswählen, die zu diesem Thema gemacht wurden. Man kann vielmehr ebenso zu On The Scene wechseln, ein tolles Feature, das in diesem Fall etwa viele private Videos anzeigt, die Menschen während des Bebens in ihren Wohnungen, im Supermarkt etc. aufgenommen haben. Diese lassen sich somit leichter auffinden. Posts müssen übrigens immer public sein, um angezeigt zu werden. Auch dieses Tool kann keinesfalls auf etwa nur mit Friends geteilte Beiträge zugreifen.

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Aktuelle Themen, wie etwa der US Wahlkampf, werden bei den Leaderboards mit einbezogen. Besonders praktisch, da man hier nichts eigenes anlegen kann.

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Das Herz von Datenvisualisierungs Fans wird, bei den Comparisons, höher schlagen. Man kann etwa berühmte Persönlichkeiten auswählen und vergleichen wer, wo gerade über sie spricht. Bravo, Britney.

What is a Comparison telling me?
Comparisons reflect the percentage of mentions a subject has received across Facebook in the past 24 hours in relation to another subject.  Similarly to how the Leaderboards work, the Comparisons tool allows you to compare the buzz between any arbitrary set of up to 10 entities across all the Leaderboard categories.  The percentages and rankings displayed here are relative to the ad hoc set of entities the user chooses to compare.For example, this chart is telling me Ben Carson is currently capturing 7% of Facebook conversation among him, Trump, Clinton and Sanders. It is not telling me (or you) 7% of the global conversation across all of Facebook is about Ben Carson.

Walls mit Facebook und Instagram Posts

Coverflow und Instawall heißen die beiden Möglichkeiten, mit denen man aus Instagram und Facebook Posts Kollektionen zusammenstellen kann. Dazu kann man einfach eine Kollektion anlegen und Posts innerhalb von Signal in diese Kollektion abspeichern. Mindestens 26 Posts braucht es da pro Kollektion. Reine Text Posts können nicht inkludiert werden und die Walls erstellen sich nicht selbst, sondern man muss ihnen Posts manuell hinzufügen. Eine schöne Möglichkeit, um Posts zu einem Thema einem Artikel beizustellen.

How long will saved posts and searches be visible?
They will remain in Signal until you delete them.

Content von Signal kann übrigens auch — mittels API — von Newsrooms für Websites und Broadcasts zugänglich gemacht werden.

Hier ein Beispiel zu #ILookLikeAnEngineer:

Zum Abschluss noch drei Feature Requests — wie Mark Zuckerberg es so schön bei seiner letzten Townhall Q&A genannt hat — und Anmerkungen:

  • Die Search lässt sich nicht nach einem bestimmten Datum einschränken. Die Möglichkeit dazu wäre praktisch. (Die Suche reicht im Moment fünf Tage zurück.)
  • Abgespeicherte Posts werden oft nicht in den jeweiligen Kollektionen angezeigt, wie wir es getestet haben. Es ist aber nicht ganz klar, warum nicht. Vielleicht bestimmte Einstellungen der jeweiligen Posts?
  • Der maximale fünf Kilometer Radius bei der Instagram Search macht es schwer etwa in einer ganzen Stadt zu suchen. Sofern die Stadt größer als dieser Radius ist.

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Hallo, ich bin Silicon Valley Reporterin, lebe in San Francisco, trinke meinen Kaffee selten aus und bin großer Fan vom Dog Park ums Eck. Ruft mich nicht an.

3 Comments

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