Ideas worth spreading: Das steckt hinter dem TEDx Vienna Blog

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Neben der TED Innovationskonferenz gibt es auch sogenannte TEDx Konferenzen, die finden weltweit statt und sind unabhängig organisierte TED Konferenzen. Mehr als 10000 solcher Events haben bereits in rund 2500 Städten und 164 Ländern stattgefunden. Auch in Wien geht in regelmäßigen Abständen ein solches Event über die Bühne.

Die TEDx Vienna steht dabei auch in Sachen Content Marketing gut da und betreibt einen eigenen Blog. Dieser wird das ganze Jahr über von einem Team bespielt. Wir haben uns mit Lisa Landskron und Philipp Greiner näher darüber unterhalten: Sie haben uns verraten was es braucht, um für so einen Blog zu schreiben und warum sie ganz persönlich mit dabei sind.

Ihr schreibt beide für den TEDxVienna Blog. Was sind Eure Aufgaben und werdet Ihr dafür bezahlt?

Lisa: Wir sind die Teamleader der TEDxVienna Blogger und unsere Aufgaben umfassen das Editieren von Texten, Ideensuche und Organisatorisches wie zum Beispiel die Organisation aller Blogger und die Zusammenarbeit mit dem restlichen TEDxVienna Team (Social Media, Design Team ect.). Zu guter Letzt bloggen wir auch selbst.

TEDxVienna basiert wie alle TEDx Events auf der Zusammenarbeit von Freiwilligen und somit bekommen wir als Gegenleistung nicht Geld sondern die Freiheit neue Sachen auszuprobieren, neue Menschen kennen zu lernen und Erfahrung und Ideen zu sammeln.

Bitte erzählt mehr zu Eurem Hintergrund, welche Fähigkeiten und welches Wissen bringt Ihr in den Blog mit ein?

Lisa: Im “echten” Leben bin ich Molekularbiologin und bin in der Grundlagenforschung tätig. Texte lesen und aus verstreuten einzelnen Fakten das große Ganze erkennen ist sowohl in der Forschung als auch beim Bloggen von Vorteil. Das Bloggen bietet mir auch die Gelegenheit mich mit Fragen zu beschäftigen für die in meinem Beruf nicht die Zeit bleibt, die ich aber gleichzeitig für sehr wichtig erachte. Zum Beispiel welchen Einfluss haben neue Technologien und Wissen auf die Gesellschaft? Wie wird nachhaltiger, positiver Fortschritt generiert?

Philipp: Das ist eigentlich ein relativ lustiger Zufall, denn auch ich bin gelernter Molekularbiologe. Hoffentlich entsteht jetzt kein falsches Bild – eigentlich sind wir eine sehr bunte Gruppe, was unsere Hintergründe betrifft. Da ist in Sachen Wissenschaft und Kunst eigentlich jedes Thema irgendwie vertreten.

Im Gegensatz zu Lisa habe ich mich jedoch entschieden, die Forschung vorerst zu vernachlässigen, und mich ins Gebiet der Wissenskommunikation einzuarbeiten. Ich war immer schon motiviert, auch Unbedarfte über technologische und wissenschaftliche Fortschritte zu informieren. Insofern deckt sich mein persönliches Interesse mit jenen unseres Blogs. Umso spannender ist es, sich – wie bei TED – auch mit Themengebieten auseinanderzusetzen, mit denen man nicht so vertraut ist. Dafür ist es wichtig, sich in den Leser hineinzuversetzen sowie immer offen gegenüber spannenden, neuen Ideen zu sein – unabhängig davon, wie utopisch oder obskur sie zu Beginn teilweise wirken.

Was sind die Ziele des Blogs und welche Themengebiete werden da behandelt?

Lisa: Unser Blog versucht spannende und nennenswerte Gedanken und Ideen aus allen Lebensbereichen an die Leute zu bringen. Wir versuchen dabei auch immer auf Projekte in Wien aber auch international aufmerksam zu machen. Um auch mehr auf die Community in Wien einzugehen haben wir vor Kurzem die Rubrik “OUT&ABOUT” eingeführt, in der wir Blogger wiener/österreichische Projekte unter die Lupe nehmen. Generell ist unseren Bloggern ganz selbst überlassen über was oder wen sie bloggen. Zur Inspiration haben wir immer ein “Topic of the Month” (diesen März “Do it yourself”), das bewusst sehr offen definiert ist, sodass Ideen aus allen Bereichen einfliessen können.

Nur sehr wenige TEDx Events haben ihren eigenen Blog, da es ausreichende Ressourcen verlangt regelmässig zu bloggen. Für uns ist das aber sehr wichtig, da wir zusätzlich zu unseren Konferenzen der Community ein ganzes Jahr lang eine Plattform zur Inspiration und zum Ideenaustausch bieten möchten.

Screenshot des TEDx Vienna Blogs.

Screenshot des TEDx Vienna Blogs.

Woher bekommt Ihr Material für die einzelnen Blogposts?

Philipp: Das hängt sehr von der Thematik des Artikels und dem Engagement der einzelnen Autoren ab. Wie Lisa eben beschrieben hat, einigen wir uns im Team bereits vorab auf ein grobes Thema (“discovering the different” oder “old habits / new ways” wären noch weitere Beispiele) für jeden Monat. Spannenderweise ergeben sich daraus meist sehr unterschiedliche Ideen, die dann recherchiert werden müssen.

In Zeiten des Web 2.0 findet man dafür natürlich viel Background-Informationen im Internet. Wenn es sich mit dem Artikel vereinbaren lässt, kommt noch ein Interview oder der Besuch einer einschlägigen Veranstaltung in Wien (wie z.B. bei OUT&ABOUT) hinzu. Momentan versuchen wir vermehrt, diese Komponente zu forcieren, sprich: Innovationen mitzuerleben, die vor unserer Haustür stattfinden und nicht nur im Internet nach Inspiration zu suchen. Schlussendlich wollen wir vor allem Neugier schüren und es den LeserInnen überlassen, sich im Anschluss selbst in ein Thema zu vertiefen.

Lisa: Oft werden wir auch durch das restliche Team inspiriert. Wenn jemand, egal ob Blogger, Designer oder sonst wer, einen Geistesblitz hat oder von tollen Projekten gehört hat, dann stellt man den Link einfach auf unsere Online-Plattform. Wir haben also ein TEDxVienna Sammelsurium an “Ideas worth spreading” auf das wir zurück greifen können.

Wie koordiniert Ihr Euch mit anderen und wie viele schreiben für den Blog?

Philipp: Wie bereits angesprochen, sind wir ein sehr heterogenes Team, das in seiner Zusammensetzung auch einer ständigen Fluktuation unterliegt. Das ist durchaus logisch – schließlich sind wir alle freiwillig dabei – aber macht die Zusammenarbeit natürlich nicht leichter. Um in Zahlen zu sprechen, würde ich sagen, dass wir stets rund 10 aktive Blogger sind, wobei sich teilweise immer wieder Ehemalige interessiert zeigen, wieder den ein oder anderen Artikel zu schreiben. Die Koordination läuft dabei größtenteils online ab, dank Kommunikationsplattformen (wie Podio und Facebook) funktioniert das heutzutage beinahe einwandfrei. Zusätzlich gibt es ein monatliches Meeting, bei dem die jeweiligen Monthly Topics beschlossen und sonstige Anregungen oder Ideen diskutiert werden.

Seht Ihr den Blog für Euch selbst auch als Sprungbrett, um andere redaktionelle Jobs zu bekommen?

Lisa: Das TEDxVienna Netzwerk und die TEDxVienna Events bieten definitive die Gelegenheit in neue Bereiche hinein zu schnuppern und Personen mit “Experimentierdrang” und Ideen kennen zu lernen. Für mich stand aber auch immer im Vordergrund zu lernen mich besser artikulieren zu können, denn wie Wittgenstein schon bemerkte “Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.” und so würde ich gerne meinen Horizont mit sprachlicher Gewandtheit erweitern. Wenn sich dabei der eine oder andere redaktionelle Job oder Experimente aller Art ergeben, ist das natürlich erfreulich. Grundsätzlich sehe ich TEDxVienna als Möglichkeit mich in unbekannte Gewässer vor zu wagen. So bleibt das Leben immer spannend 🙂

Philipp: In diesem Zusammenhang kann ich Lisa nur voll und ganz zustimmen. In jeder Tätigkeit – sei sie auch noch so weit entfernt von dem jeweiligen Berufsziel – sammelt man Erfahrungen, die im späteren Leben wertvoll sein werden. Ob sich mir aufgrund meiner Blogging-Aktivitäten bei TEDxVienna ein redaktioneller Job eröffnet, wage ich zu bezweifeln. Aber man erlernt mit Sicherheit viel Handwerk, das für einen solchen Beruf relevant oder zumindest hilfreich sein kann (zum Beispiel auch im gegenseitigen Korrekturlesen). Viel wichtiger ist für mich aber, und da stimme ich Lisa erneut zu, sich stets mit neuen Perspektiven zu konfrontieren. Wenn man tagein, tagaus über das selbe Thema schreibt, wird man davon nicht viel profitieren. Das ist wiederum das wunderbare an der Vielseitigkeit von TED!

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Hallo, ich bin Silicon Valley Reporterin, lebe in San Francisco, trinke meinen Kaffee selten aus und bin großer Fan vom Dog Park ums Eck. Ruft mich nicht an.

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