8 Erfahrungen, die ich aus San Francisco mitnehme

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Ich wollte einmal schauen wie mir San Francisco so gefällt, das war der Plan. Hier einige Zeit verbringen, um die Stadt näher kennenzulernen. Was macht die Stadt an der Westküste der USA aus? Dass man hier attraktive Architektur, die in jedem Haus einen eigenen Charakter skizziert findet, wusste ich ja schon.

Aber was gibt es da sonst noch? Im folgenden seien acht Dinge aufgereiht, die mir bisher aufgefallen sind. Eine erste Zwischenbilanz. Die Reihenfolge ist dabei rein zufällig.

Hollywood ist gleich ums Eck. Einmal ins Flugzeug steigen und schon ist man in einer Stunde in Los Angeles. Abgesehen davon, dass es eben dort nochmal wärmer ist als in San Francisco und die Strände noch ein bisschen mehr nach Kalifornien aussehen, ist auch Hollywood präsent. Und mit präsent meine ich, dass man mal eben eine der zahlreichen Studio Touren machen kann. Ich habe mich dabei für die Tour durch die Warner Brothers Studios entschieden. Da lernt man dann, dass die Paintball Szene aus The Big Bang Theory gleich neben Jurassic Park gedreht wurde (siehe Foto). Oder, dass Casablanca teilweise in der Gilmore Girls Kulisse spielt. Und Friends ebenso. Das ist alles sehr verwirrend.

Facebook und Stanford sind weiter von San Francisco entfernt als man denkt. Facebook ist in San Francisco, also das Hauptquartier, das hört und weiß man. Nun ja, ganz so ist das nicht. Facebook ist in Palo Alto, was bedeutet, dass man eben dorthin mit dem Auto mindestens eine Stunde fährt. Ebenso nach Stanford an die Uni, die dann quasi gleich daneben ist. Die Fahrzeit kann außerdem auch um einiges länger werden, denn gerade in den Stoßzeiten steht man da gerne im Stau. Auch wenn es Busse gibt, ist das hin und zurück fahren doch ziemlich anstrengend. Ich denke, man überlegt es sich zweimal, ob man dann überhaupt in San Francisco direkt wohnen möchte.

#onlyinsf und Karl the Fog: Was in der Stadt passiert kann man auf Twitter sehen und muss dafür gar nicht erst nach draußen gehen. Egal ob die Dinge, die nur in San Francisco vorkommen und mit #onlyinsf gekennzeichnet sind oder der so einzigartige Nebel, namens Karl, der sich gerne über die ganze Stadt legt, alle haben sie einen eigenen Twitter Account. Übrings auch die Erdbeben, die haben ihren eigenen Bot Account.

Uber vs. Bus. Wer mit dem Bus unterwegs ist kauft sich am besten eine Clipper Card, die man immer wieder aufladen kann. So braucht man kein Cash beim Einsteigen in den Bus. Wer Uber nimmt, kommt nicht darum herum darüber nachzudenken, welche Auswirkungen dieses Unternehmen auf Public Transport und Taxis hat. Damit beschäftigen sich auch unzählige Artikel. Lyft natürlich nicht ausgeschlossen, das habe ich bis jetzt aber noch nicht ausprobiert. Viele Strecken lege ich lieber in einem Auto zurück, vor allem wenn es um Gegenden wie die Tenderloin mit ihrer hohen Kriminalität geht. Das hat vermutlich auch viel damit zu tun, wenn man sich in einer neuen Stadt noch nicht so richtig angekommen fühlt und es nicht einschätzen kann, in welcher Gegend man was tun kann. Ein schwieriges Thema, mit dem nicht nur ich mich in den nächsten Monaten noch viel beschäftigen werde.

Roadtrips jedes Wochenende? Kein Problem! Alles was man dazu braucht ist ein Auto. Ein Auto ist das selbstverständlichste Fortbewegungsmittel der USA. Wäre es Los Angeles käme man ohne Auto überhaupt nicht zurecht. Da ist San Francisco noch angenehmer. Egal ob man dann in den Süden, die 1 entlang an der Küste oder nach Napa zum Wein verkosten fährt, die Ausflugsrouten rund um SF gehen einem vermutlich so schnell nicht aus. Natürlich sind auch sämtliche Hiking Routen populär, das ist aber nicht ganz mein Spezialgebiet.

Meetups und coole Sachen passieren. Ohne, dass man sie geplant hat. Aus irgendeinem Grund ist es in Ordnung hier alles langsamer zu machen. Ich dachte, dass ich mehr Stress hätte, wenn ich erstmal hier bin. All die Möglichkeiten, all die Chancen. Es ist aber genau umgekehrt. Ich fühle mich hier ruhiger und es ist ok, wenn “nur” zweimal in der Woche etwas passiert. Sei es ein Besuch, ein Abendessen oder ein Meetup. Genießen und neue Eindrücke auf sich wirken lassen statt immer allem hinterherlaufen und das Gefühl haben ständig etwas zu verpassen. Fun Fact: Auch die Zeitzone ist für mich hier angenehmer.

Wie es ist zum Arzt oder zu einer Ärztin zu gehen. Ein eindeutiges Komfortzonenproblem ist es, wenn man in einer Stadt zu einem Arzt gehen muss, wo man noch nie bei einem Arzt war. Yelp oder ZocDoc helfen dabei einmal einen ersten Überblick an Bewertungen zu finden. Gute Erfahrungen habe ich außerdem mit der One Medical Group gemacht. Alles in allem war so bisher alles in Ordnung und auch das mit der Komfortzone hat sich wieder in die angenehme Richtung verschoben.

Irgendwas ist immer mit der Wohnung. Apartmentpreise und San Francisco ist ein eigenes Thema. Eine kleine Wohnung in halbwegs guter Lage um mehr als 3000 Dollar ist keine Seltenheit. Ist eine Wohnung erstmal am Markt, ist die Nachfrage meistens außerdem groß. Wer noch keinen Credit Score (Kreditwürdigkeit) oder eine Social Security Number (Sozialversicherungsnummer) hat, hat es außerdem schwerer eine Wohnung zu finden. Das habe ich nun schon von einigen Seiten gehört. Außerdem häufig auftretende Probleme bei Wohnungen in San Francisco: Die Fenster sind nicht dicht und irgendwas ist laut auf der Straße. Das Wasser geht immer wieder mal nicht und/oder es ist nicht heiß beim Duschen. Die Eingangstür wirkt so als würde man sie aufbrechen können, wenn man sich selbst einmal kurz dagegen lehnt. Man versteht jedes Wort von dem was in den umliegenden Wohnungen gesprochen wird. Der Kohlenmonoxid- oder Feuermelder muss nicht unbedingt dein bester Freund sein, wenn er sich ständig einschaltet und man nicht weiß, ob es ein richtiger oder ein Fehlalarm ist. Die Feuerwehr klopft außerdem gerne mal an deine Tür, denn Brände sind in San Francisco keine Seltenheit und da viele der Häuser aus Holz sind, ist man lieber übervorsichtig.

Nachlese: Was ich in einem Jahr in San Francisco gelernt habe

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Hallo, ich bin Silicon Valley Reporterin, lebe in San Francisco, trinke meinen Kaffee selten aus und bin großer Fan vom Dog Park ums Eck. Ruft mich nicht an.

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