Wie grün ist das Silicon Valley?

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Während Facebook kürzlich ein neues Gebäude am Campus in Menlo Park mit einem riesigen grünen Dachgarten eröffnete, will Apple sein gerade entstehendes neues Headquarter alleine mit Solarenergie betreiben. Apple CEO Tim Cook nennt es das grünste Gebäude auf Erden. Wo wird sonst noch auf Nachhaltigkeit gesetzt und welche Rolle spielt dieses Thema im Silicon Valley? Ein Überblick.

Freilich nicht nur bei Tech Companies ist Nachhaltigkeit als Marketinginstrument Thema, auch in anderen Bereichen wird über Umweltthemen gesprochen. Grund dafür ist nicht nur der hohe Anteil an Landwirtschaft, sondern vor allem die seit Jahren anhaltende Dürre in Kalifornien. Oftmals ebenso die Verbindung von beiden.

Der Tropfen auf dem heißen Stein

Zuletzt kamen etwa Themen wie, dass kein Wasser in Lokalen mehr angeboten werden darf, auf. Was man von US-Restaurants seit jeher gewohnt ist, findet an der Westküste somit nicht mehr statt, denn wer in Lokalen speist, wird nicht mehr automatisch Wassergläser vor sich hingestellt bekommen, sondern erhält diese nur nach Nachfrage. Zwei Bars in San Francisco hatten gar die Idee Drinks ohne Eis mit einem Discount anzubieten. Der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein wird dabei gespart. Dass die Durchführung dieser Regelung aber bereits Wirkung zeigt, konnte ich bei zahlreichen Restaurant Besuchen in den letzten Wochen bemerken. Auch Starbucks füllt sein Wasser nun in einem anderen Bundesstaat ab.

Food Awards im Ferry Building

Währenddessen spielen sich im Ferry Building, das für die Markthalle bekannt ist, ganz andere Szenarien ab. Hier werden die Good Food Awards verliehen, bei denen nicht nur guter Geschmack, sondern vor allem Authentizität und verantwortungsvolle Produktion ausgezeichnet wird. Herausragende Produzenten werden so bei einer jährlichen Award Ceremony im Ferry Building geehrt. Nachhaltigkeit und Handwerk sollen dabei im Vordergrund stehen.

Foto: Kassie Borreson, Haus Frau Fotografie

Foto: Kassie Borreson, Haus Frau Fotografie

Im eigenen Garten

Das richtige Handwerk für den eigenen Garten war jüngst auch bei einem Contest der ganz besonderen Art gefragt. Es wurde da nach dem hässlichsten Garten gesucht, ein Zeichen dafür, dass nicht bewässerte mehr im Vordergrund stehen sollen, als diejenigen, welche Mengen an Wasser verbrauchen, die Kalifornien nicht hat. Gewinnen konnte man dabei ein Makeover mit Pflanzen, die trockene Klimaverhältnisse aushalten können. In den Gärten der Bewohnerinnen und Bewohner von Kalifornien kann man im Moment noch ein anderes Phänomen bemerken, das mitunter ebenso mit der Trockenheit zusammenhängt: Private Swimming Pools werden immer mehr entfernt, statt neu befüllt.

Es geht ums Wasser

Auch in Stanford bemüht man sich Wasser zu sparen und hat deshalb etwa die Wasserfontänen am Campus abgeschalten und das schon seit einem Jahr. Mitte Juni werden 18 der 21 Fontänen, im Rahmen der Abschlussfeiern, wieder für kurze Zeit zu sehen sein. Über eine ganz andere Art des Trinkwasserverbrauches wurde im April berichtet. Da hat man verlautbart, dass die City Hall von San Francisco mit Trinkwasser geheizt wird. War das in den 1930er Jahren noch umweltfreundlich, da man keine fossilen Brennstoffe verwendet, stellt sich heute die Frage, ob dies eine dem Bundesstaat konforme Lösung ist.

Was Obama sagt

Today, President Obama recognized San Francisco as a Climate Action Champion for our steadfast leadership on climate change“, gab Mayor Lee im Dezember des letzten Jahres in einer Presseaussendung bekannt. Er fügte außerdem hinzu: “As a global center of innovation and environmental action, San Francisco is setting aggressive goals and reducing carbon pollution while saving residents money, improving their health, addressing equity, and creating jobs. In fact, San Francisco has successfully reduced our greenhouse gas emissions while our economy and population have both grown.” San Francisco wurde auch im USA and Canada Green City Index, welcher im Auftrag von Siemens erstellt wurde, auf Platz 1 gelistet. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wurden die Umweltleistungen von 27 Städten verglichen und bewertet. Vancouver und New York folgen San Francisco in der Aufzählung.

Open Spaces, für alle zugänglich

Und wenn wir schon beim Thema Green City sind, darf man nicht vergessen von den Privately Owned Public Open Spaces, kurz POPOS, zu sprechen. Dabei handelt es sich um öffentlich zugängliche Flächen wie Plazas, Terrassen, Atriums oder kleine Parks. In San Francisco sind diese Flächen vor allem Downtown anzutreffen, da wo sich Büros befinden. 1985 legte der Downtown Plan fest, dass bei neuen Gebäuden in bestimmten Districts öffentlich zugängliche Flächen geschaffen werden müssen.

Nachhaltigkeit ist aber auch beim öffentlichen Verkehr Thema. Busse in San Francisco sind teilweise als Zero Emission Busse unterwegs und zusätzlich sind 160 Taxis Low Emission Fahrzeuge (Stand 2011).

Unterstützung beim Errichten von Solaranlagen

San Francisco unterstützt private und kommerziell genutzte Häuser bei der Einrichtung von Solaranlagen. GoSolarSF nennt sich diese Initiative, zu der man sich anmelden kann. Der Sonnenenergie hat sich gleichsam das Hotel Carlton in der Sutter Street verschrieben. Neben den Solaranlagen ist es auch CO2 neutral.

Foto: Tim Griffith

Foto: Tim Griffith

Eine Geschichte für sich ist die California Academy of Science. Angesiedelt im Golden Gate Park bietet sie mit ihrem lebenden Dach Vögeln, Schmetterlingen und lokalen Pflanzen eine Heimat. Das Dach tragt zur Effizienz der Kühlung und Heizung des Gebäudes bei. Lichtquelle Nummer Eins ist natürliches Sonnenlicht, das durch die großen Glasflächen in 90% der Innenräume kommt. Solaranlagen dürfen selbstverständlich hier ebenso nicht fehlen. So finden sich am lebenden Dach 60000 Solarzellen ein. Ein Vorzeigeprojekt mitten im riesigen grünen Park der Stadt.

Wer sich im Silicon Valley selbst zum Thema Nachhaltigkeit einbringen möchte kann dies bei Sustainable Silicon Valley tun, im Rahmen dessen Ende Juni auch das Silicon Valley Energy Summit 2015 stattfindet.

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Hallo, ich bin Silicon Valley Reporterin, lebe in San Francisco, trinke meinen Kaffee selten aus und bin großer Fan vom Dog Park ums Eck. Ruft mich nicht an.

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