Wohnen in San Francisco: Ein Haartrockner als Heizung

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Das Silicon Valley “disrupted” nicht nur Technologien, sondern auch den Immobilienmarkt. In der teuersten Stadt der US-Westküste sind Mikro-Apartments die neue Lösung für steigende Mietpreise und begrenzte Bauflächen. 

Als Überlebende der Wohnungssuche in San Francisco fühlen wir sehr viel Empathie für alle, die das noch vor sich haben oder wieder umziehen wollen. Seit die Technologiebranche boomt und immer mehr Firmen vom Silicon Valley in die Stadt ziehen, entstehen in San Francisco laufend neue Wohnprojekte. Dabei sind die Bauträger dahinter sehr beschränkt, das Landschaftsbild darf zum Beispiel nicht durch Skyscraper zerstört werden. Architekten entwickeln deshalb Mikro-Apartments, um möglichst viele Parteien in einem Komplex unterzubringen. Die Kleinstwohnungen passen auch gut für die Lebensverhältnisse der Einwohner, die oftmals Singles sind.

Eines dieser Projekte wird gerade im Startup-Bezirk SoMa fertiggestellt. Video-Produzentin Kirsten Dirksen, die neue Wohnkonzepte aus aller Welt beleuchtet, hat das Panoramic an der Mission Street besucht. Die kleinsten Einheiten dort sind 23,6 Quadratmeter klein, etwas mehr als die vom Bundesstaat erlaubte Minimum für Wohnflächen. Der Immobilienentwickler Patrick Kennedy hat für das Bauvorhaben einen Prototypen entwickelt, um die Anordnung der Möbel und Geräte zu optimieren.

Steigende Akzeptanz für Mikro-Apartments

„Diese Einheiten sind so klein, dass du sie mit einem Haartrockner aufwärmen kannst, falls du eine Heizung brauchst”, erklärt Kennedy. Wärme kommt sonst nur über einen kleinen Schlitz in der Küche (die zugleich Wohnraum ist). Der Vorteil: „Die Stromrechnung bleibt klein.”

Der Esstisch kann in einen bei Startup-Menschen sehr beliebten „Standing Desk“ verwandelt werden, im Gemeinschaftsraum hat Kennedy auf mehr Platz geachtet, „damit die Bewohner auch ins Gespräch kommen.“ Neben Single-Studios sind im Panoramic auch WG-taugliche Units zu finden. Eine davon ist aktuell auf Craigslist für 1.495 US-Dollar im Monat gelistet.

Laut Kennedy werden aktuell noch sechs weitere Microapartments-Komplexe in San Francisco errichtet: „Das Konzept wird mittlerweile am Markt akzeptiert.“

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About Author

Berichtet als freie Silicon Valley-Korrespondentin über Technologie und Wirtschaft und betreibt seit 2014 das Portal Fillmore.

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