Außenminister Kurz im Silicon Valley Interview: “Ich habe einen Hoodie”

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Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz zog letzte Woche, gemeinsam mit österreichischen Medien und Startups, für drei Tage durch das Silicon Valley und besuchte dabei etwa Facebook, Google, Tesla und die NASA.

Am letzten Tag der Reise verkündete Kurz außerdem die Einrichtung eines Österreich-Centers, das im Büro des Honorarkonsulats in San Francisco angesiedelt sein wird. Entstanden ist dies gemeinsam mit Staatssekretär Harald Mahrer und Wirtschaftskammer Präsident Christoph Leitl.

Bereits 2013 war der deutsche Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler übrigens auf einer ganz ähnlichen Tour in San Francisco und Umgebung zu Gast.

Online kann man die Aktivitäten der Reise von Sebastian Kurz etwa auf Instagram oder Twitter unter dem Hashtag #asdelegation15 nachverfolgen, bei AustrianStartups findet man Highlights in Fotoform.

Wir haben den österreichischen Außenminister bei einem Networking Event in Mountain View, südlich von San Francisco, am Ende des ersten Reisetages zum Interview getroffen und mit ihm unter anderem darüber gesprochen, was er von dem Besuch mit nach Österreich nehmen möchte.

Sie waren auf Ihrer Tour bereits bei Facebook. Haben Sie da einen Hoodie gekauft und tragen Sie persönlich Hoodies?

Sebastian Kurz: Ich habe nichts gekauft, aber ich habe einen Hoodie und, dass nicht Facebook draufsteht, ist ok.

Welche konkreten Erwartungen haben Sie an die Reise, haben Sie sich da Ziele gesetzt?

Wir haben drei Ziele. Zum Ersten sind wir als Ministerium Servicedienstleister für die Wirtschaft. Wir nehmen oft Wirtschaftsdelegationen mit, um Kontakte zu ermöglichen. Diesmal mit jungen Startups, das ist etwas Neues, was anderes, aber ich glaube eine wesentliche Aufgabe unseres Ministeriums.

Zum Zweiten gibt es viele Themenbereiche in denen eine Kooperation mit diesen Unternehmen notwendig ist, wie zum Beispiel der Kampf gegen Radikalisierung, im Zusammenhang mit dem IS-Terror.

Und der dritte Bereich ist: Als Außenminister vertritt man ja nicht nur die Werte und Interessen eines Landes sondern man sollte auch das eine oder andere Mal Ideen und Anregungen und Learnings aus dem Ausland nach Österreich tragen. Da gibt es von der Reise sicher einiges mitzunehmen.

Wie genau ist beim angesprochenen zweiten Punkt die Verbindung zu Startups?

Das ist bereits seit langem einer meiner Schwerpunkte und hier ist in erster Linie eine Verbindung gegeben zu den großen Internet-Unternehmen, wie Facebook, Google oder Youtube. Da ist die Kooperation für uns extrem wichtig, da wir ja sicherstellen müssen, dass diese Unternehmen nicht als Werbeplattform von Terroristen missbraucht werden können.

Das heißt, Sie legen da auf persönlichen Kontakt Wert.

Ja, wir brauchen Ansprechpartner damit diese Netzwerke nicht missbraucht werden können. Hier braucht es eine Zusammenarbeit mit den Behörden und das funktioniert Gott sei Dank sehr gut.

Was würden Sie gerne nach Österreich mitnehmen?

Ganz entscheidend ist, dass wir ein Stück weit von der Kultur lernen, die es hier gibt. In Österreich, aber ich glaube in ganz Europa, gibt es wenig Bewusstsein, dass Scheitern durchaus ok ist. Es gibt oft sehr viel Sicherheitsdenken und ich glaube etwas mehr Mut zu Risiko und gleichzeitig ein Bewusstsein, dass Scheitern dazugehört zum Leben und, dass man danach nicht stigmatisiert sein sollte, das würde ich gerne nach Österreich mitnehmen.

Haben Sie sich da auch etwas vorgenommen, um Frauen in Startups zu fördern?

Es gibt jetzt keine Schwerpunktsetzung, sondern ich glaube, dass Frauen wie Männer berufene Unternehmensgründerinnen und -gründer sein können.

Gibt es noch ein Learning, das sie konkret von dieser Reise mitnehmen wollen?

Ja, dass es hier sehr viel Bereitschaft gibt Kapital zu investieren, Venture Capital gibt es hier wie es bei uns leider jetzt noch undenkbar ist.

Was haben Sie in den nächsten Tagen noch vor?

Wir haben noch einige spannende Unternehmen am Programm. Von Tesla angefangen bis hin zur Singularity University, wo wir hoffentlich viele neue Ideen für Österreich mitnehmen.

Sie sind am Freitag auch im Impact Hub Bay Area zu Gast. Wie denken Sie über Coworking Spaces, welche Bedeutung haben diese auch in Österreich?

Sie haben eine große Bedeutung, weil das auch ein befruchtendes Umfeld schafft. Insofern hoffe ich, dass es uns gelingt hier auch in Österreich noch mehr Coworking Spaces zu schaffen.

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Hallo, ich bin Silicon Valley Reporterin, lebe in San Francisco, trinke meinen Kaffee selten aus und bin großer Fan vom Dog Park ums Eck. Ruft mich nicht an.

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  1. Pingback: Work With Me! | Teresa Hammerl

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