Incubatorland Nr. 1: Coworking Space sektor5 launcht 5starts

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sektor5 wird, mit Unterstützung vom aws JumpStart, seinen Incubator am 8. Jänner starten. Ein Batch dauert jeweils fünf Monate, drei Startups sind dabei. Los geht es mit einer Screening Session, bei der erste Ziele mit den Startups vereinbart werden. Später folgt ein Meet & Greet mit der Wiener Startup Community. Am Ende des Programms gibt es den Demo Day. sektor5 bekommt 150.000 Euro für die Umsetzung vom aws (Austria Wirtschaftsservice), jedes Startup 22.500 Euro.

Außerdem von JumpStart unterstützt: Speed Start Studio (Dornbirn), Impact Hub Vienna, Technische Universität Wien und Up To Eleven (Graz).

Während in Deutschland von so manchem der Trend neue Accelerator zu gründen schon wieder hinterfragt wird, geht es in Österreich gerade erst los, weshalb sich vermutlich nun auch die Förderbank des Bundes, also das aws, mit der JumpStart Förderung zu Wort meldet. Das Angebot ist sonst noch recht überschaubar, viele Startups gehen da lieber gleich in das benachbarte Ausland oder nach London und in die USA.

Accelerator und Incubator in Wien gibt es bisher wenige

Ein Incubator ist aber schon länger bekannt, denn er ist “der erste […] in Wien, der seit 2002 rund 150 Startups bei der Gründung, Markteintritt und Expansion unterstützt hat”, liest man auf der Website von INiTS. Im letzten Monat machte auch eine andere Gruppierung von sich zu sprechen, Startup300 will mit etwa 80 Unterstützerinnen und Unterstützern punkten.

Floor Drees und Finn Porter (Foto: Taha Alshemäree)

Startup Community dort abholen, wo sie ist

Nun aber geht es unter anderem mit dem sektor5 weiter. Gegründet wurde dieser im Jahr 2010, er zählt du den ersten Coworking Spaces in Wien. Während Gründer Yves Schulz die Geschäftsführung vor zwei Jahren an Floor Drees übergab, wird er jetzt, mit dem neuen Incubator, wieder mehr präsent sein. Unterstützung bekommen die beiden ebenso von Finn Porter, die administrative Aufgaben übernehmen wird.

We feel that sektor5’s incubator program 5starts fits the aws JumpStart initiative particularly well, given their track record and the number of now internationally acclaimed startups that set their first steps at sektor5.” – Viktor Pasquali, Program Manager aws JumpStart

Schon bisher wurden in diesem Coworking Space erfolgreich Startups, wenn auch ohne finanzielle Unterstützung, gehostet. Ein starkes Netzwerk und eine ständig präsente Community waren dafür unter anderem verantwortlich. In die Reihe der erfolgreichen Alumni reihen sich BlossomCodeship, firstbird, mySugr und indoo.rs ein.

Starkes Interesse der Politik: Von Mahrer bis Mitterlehner

“Insgesamt können über das Programm drei Millionen Euro abgerufen werden”, sagte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner schon im Juli über JumpStart. Staatssekretär Harald Mahrer ergänzt: “Das Programm ist das internationale Sprungbrett für die besten heimischen Startups.” Nach einem öffentlichen Call im Sommer und Herbst wurden nun eben fünf Institutionen ausgewählt. 32 Projektanträge aus ganz Österreich gab es. Ein weiterer Schritt zum “Gründerland Nr. 1“, wie Staatssekretär Mahrer vermutlich feststellen würde.

Keine Werbung für Schuhe: Sagmeister, GF der aws und Staatssekretär Mahrer

Hier geht es nicht um die Schuhe: Sagmeister, Geschäftsführer des aws und Staatssekretär Mahrer.

Bis zu fünf der Unternehmen, die sich in einem JumpStart Incubator befinden, sollen nach Ende der Zeit im Programm für eine weitere Förderung ausgewählt werden, wurde im Juli kommuniziert.

Wir haben uns vorab mit Floor Drees zum Interview getroffen und mit ihr über Pläne und Details zu 5starts gesprochen.

Wie hat für dich alles angefangen?

Wir waren ja schon länger Incubator für unterschiedliche Startups, das ist nichts Neues für uns. Allerdings gab es dafür nie ein offizielles Programm und wir hatten auch kein Geld, das uns zur Verfügung stand. Was auch immer wir für Startups tun konnten, haben wir aber trotzdem gemacht.

Dann gab es die Podiumsdiskussion mit Harald Mahrer im Space. Yves war auch dabei und Viktor Pasquali vom aws fragte ihn, ob sektor5 sich nicht für JumpStart bewerben möchte.

Also haben wir einen Antrag geschrieben und es in die finale Runde mit neun anderen geschafft, wir konnten dann unseren Vorschlag pitchen. Am Schluss haben wir die Zusage erhalten.

Welche Startups sind im ersten Batch?

Es werden ExtraSauberChillBill und ebenso Vienna Skill Smiths mit dabei sein.

Wie lange wird ein Batch dauern?

Fünf Monate. Das war keine Vorgabe vom aws und im Moment wissen wir auch noch nicht wie die anderen, welche ebenso die Zusage bekommen, die Dauer regeln werden.

Und wie viel Geld gibt es?

Wir bekommen 150.000 Euro vom aws, um das Programm zu finanzieren. Das deckt einen großen Teil der Ausgaben ab, der Rest kommt vom sektor5. Das bezahlt Trainer und andere Ausgaben, etwa Reisekosten. Wir wollen die Startups auch ins Ausland schicken, wenn wir einen Vorteil darin sehen. Da könnte es etwa nach Berlin, London, San Francisco oder Boston gehen. Das wird alles während der fünf Monate passieren.

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Foto: Teresa Hammerl

Was bekommen die Startups sonst noch und was erhält sektor5 dafür?

Auch die Startups selbst bekommen Funding vom aws. Das sind etwa 23.000 Euro pro Startup. Von uns bekommen sie auch noch den Arbeitsplatz, außerdem Schlüssel für einen 24/7 Zugang zum Space und wir kümmern uns um ihre Post. Sie bekommen außerdem die Teilnahme am Incubator kostenlos.

Wir haben fünf persönliche Workshops, die Basis Workshops in den ersten zwei Wochen. Das sind jeweils einige Stunden. Wir bieten an, was wir glauben, dass individuell notwendig ist und sie können sich drei von den fünf aussuchen.

Und dann gibt es noch drei individuelle Workshops pro Startup. Sie müssen also nicht im selben Workshop wie die anderen sitzen, vor allem in unterschiedlichen Phasen würde das keinen Sinn machen.

Weiters gibt es einen Hackathon, ein Pitch Training, ein Meet & Greet und einen Demo Day am Ende der fünf Monate.

Wie oft werdet ihr sonst mit den Startups sprechen?

Wir setzen uns alle zwei Wochen zusammen und schauen uns die Entwicklungen an. Das werden Yves und ich und einige der Trainer erledigen.

Wer wird beim Screening Day am 8. noch dabei sein?

Da haben wir auch noch Flo Motlik von Codeship und wahrscheinlich auch Manuel mit dabei, außerdem ebenso Nik Graf. Vor allem weil wir die Startups vom ersten Batch persönlich kennen, ist es wichtig Externe dabei zu haben, die ebenso einen Blick auf sie werfen können.

Was bekommt sektor5 von den Startups?

Ein Prozent Revenue Share und 2,5 Prozent Fund Share. Das bezieht sich auf die jeweils nächsten fünf Jahre.

Sucht ihr bestimmte Fähigkeiten oder Phasen?

Wir schauen uns die Teams an und, wenn wir eine Idee haben, wie wir ihnen helfen können oder welche Trainer gut für sie sind, dann sind sie auch für das Programm geeignet. Wir suchen nicht nach Fähigkeiten oder Phasen aus.

Könnt ihr etwa auch ein Startup unterstützen, das gerade Investment aufstellen will?

Sicher. Das kann auch das Hauptziel sein.

Foto: Yves Schulz

Foto: Yves Schulz

Wir habt ihr die Startups dieses Mal ausgesucht und wird das bei den nächsten Malen anders sein?

Wir haben sie dieses Mal sorgfältig selbst ausgewählt. Es war auch vom aws vorgegeben, dass man bereits Startups, die eine Bereitschaft zeigten und auch einen Brief unterschrieben haben, vorweisen kann, bevor man die Zusage selbst bekam.

Wir werden außerdem in diesem Jahr wieder den Betapitch hosten und dort eine Wildcard ausgeben, wenn wir glauben, dass ein Team dabei ist, das gut passt. Wir werden auch im April eine Ausschreibung starten.

Werden die Trainer und Trainerinnen nur aus Österreich sein?

Nein! Wir können jetzt Reisekosten bezahlen. Wir können also viele Orte ins Auge fassen, das hängt ganz davon ab, was die Startups brauchen werden.

Vergleicht ihr euch auch mit anderen? Wie sieht es mit Y Combinator aus?

Natürlich schauen wir uns auch an, was andere machen. Da etwa Techstars oder auch Y Combinator, besonders sehen wir uns da an, wie lange ein Batch bei ihnen dauert. Oder auch wie intensiv das Programm ist, weil wir natürlich auch nicht zu sehr in das tägliche Geschäft der Startups eingreifen wollen. Manche von ihnen sind ja bereits ein aktives Business und machen Geld. Das Programm des Incubators muss also irgendwie auch in ihre normale Arbeitswoche passen.

Muss das gesamte Team im sektor5 sitzen?

Das Gründungsteam sollte hier sein, zumindest die meiste Zeit über.

Wie steht ihr zum Thema Diversity?

Natürlich wären Female Founders für die nächsten Batches ein großes Plus, das ist definitiv etwas, wonach wir Ausschau halten. Das wäre toll!

Hallo, ich bin Silicon Valley Reporterin, lebe in San Francisco, trinke meinen Kaffee selten aus und bin großer Fan vom Dog Park ums Eck. Ruft mich nicht an.

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