Was ist das nächste große Ding, Kara Swisher?

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Kara Swisher ist die wichtigste Journalistin in Silicon Valley. Sogar Robert De Niro fragt die Re/code-Chefredakteurin um Rat. 

Diese Frau ist in Silicon Valley ebenso geschätzt wie gefürchtet: Kara Swisher ist unumstritten die wichtigste Journalistin der Tech-Branche in den USA. In San Francisco erhielt sie am Donnerstag den “Expectional Women in Publishing Award” und nutzte die Gelegenheit, um über ihren Job als Medienmanagerin sowie die relevanten Trends zu sprechen.

Internet – ein kurzfristiger Trend

Swisher berichete schon über Tech-Unternehmen, als ihre Kollegen bei der Washington Post noch glaubten, dass das Internet nur ein kurzfristiger Trend sei. 1996 holte sie der renommierte Journalist und Apple-Kenner Walt Mossberg zum Wall Street Journal. Dort launchten die beiden das Online-Portal AllThingsD. Ende 2013 spaltete sich das Team jedoch ab – weil Eigentümer Dow Jones nicht investieren wollte: “Wir waren immer profitabel und haben uns selbst erhalten. Aber wir wollten Budget, um uns weiterzuentwickeln.”

Neustart mit neuem Partner

Anfang des Jahres startete Swisher mit Re/code die Nachfolge von AllThingsD. Die Journalistin ist nicht nur Gründerin, sondern auch CEO des Unternehmens dahinter, Reverse Digital. Als Partner holte sich das neue Medium CNBC. Die Entscheidung fiel strategisch: “Wir suchten jemanden, der uns beim Thema Video unterstützt.” Gleichzeitig appellierte Swisher, dass teuer produzierte Videos überbewertet seien. Apps wie Vine und Smartphone-Kameras reichen ihrer Meinung aus, um Stories visuell anzureichern.

“Das ist der Preis, für den man heute Geschäfte macht.”

Sinnlose Daten

Auf die Frage, welche Trends das nächste große Ding werden könnten, vergleichbar wie das Internet in den 1990ern, meinte Swisher: “So viele. Internet of Things und Quantified Self sind nur einige der Buzzwords.” In einigen Jahren werde die ganze Welt mit Sensoren ausgestattet und überwacht werden. Die Verarbeitung der Daten daraus werde spannend: “Die Daten, die Fitnesstracker heute liefern, sind nutzlos. In Zukunft werden die Informationen so aufbereitet, dass wir sie uns zunutze machen können.” Was die Journalistin außerdem im aktuellen Zeitalter begeistert: “Es ist erstaunlich, wie kleine Unternehmen ein riesengroßes Publikum erreichen können.” Dass Facebook 19 Milliarden US-Dollar in den WhatsApp-Deal gesteckt hat, sei deshalb ein logischer Schritt: “Das ist der Preis, für den man heute Geschäfte macht.”

Lukrative Mediengeschäfte

Wie Medien Geld verdienen können, interessierte das Publikum bei der “Exceptional Women in Publishing”-Conference naturgemäß auch. “Greife jede Einnahmequelle auf”, betonte die Re/code-Gründerin. Traditionelle Medienunternehmen machen ihrer Beobachtung nach den Fehler, Geschäftsfelder nicht integriert zu denken. Konferenzen und Events sieht sie als lukratives Geschäft in ihrem Unternehmen: “Die Tickets für die Code Conference waren innerhalb von drei Stunden ausverkauft.” Zudem verfolgt Swisher auch, was andere neue Medien machen: “Vice finde ich sehr spannend, besonders ihre Video-Strategie und wie sie Werbung integrieren.”

Hollywoods Internetexpertin

Die Journalistin gilt übrigens nicht nur in Silicon Valley als große Nummer. Bei der Oscar-Party von Vanity Fair kam am Sonntag Robert De Niro auf sie zu, “weil er gehört hatte, dass ich ‘Internetexpertin’ bin.” Der Schauspieler wollte wissen, ob er Twitter nutzen soll. Swishers Antwort: “You should never fucking tweet, ever.”



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About Author

Berichtet als freie Silicon Valley-Korrespondentin über Technologie und Wirtschaft und betreibt seit 2014 das Portal Fillmore.

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