Weiß und männlich: So divers sind die Venture Capital-Entscheider im Silicon Valley

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Die “Future List” des Branchenportals The Information reiht die Venture Capital-Firmen in den USA – und bestätigt damit die fehlende Diversität in der Branche. 

Homogene VC-Kultur

Die VC-Partner im Silicon Valley sind zu 92 Prozent männlich und 72 Prozent weiß. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung von The Information in Kooperation mit der auf Diversität fokussierte VC-Firma SocialCapital. Die “Future List” hat anhand verschiedener Kriterien eine Auswahl von 71 Risikokapitalgebern getroffen und so eine Reihung der Unternehmen aufgestellt. Die Studienautoren haben für die Detailbetrachtung Senior VCs gewählt, da diese als Entscheider im Silicon Valley gelten – immerhin verteilen sie das Geld unter den Startups. Das Alter dieser VC-Manager liegt zwischen 35 und 46 Jahren.

Die Homogenität zeigt sich am stärksten beim Geschlecht, nur acht Prozent Frauen sind in den Top-Positionen der Firmen zu finden. Zum Vergleich: Bei den großen Tech-Arbeitgebern sind 23 Prozent der Führungskräfte weiblich. Auch bei der Herkunft der Entscheider fehlt die Diversität: Von 546 VCs sind vier afroamerikanischer und sieben hispanoamerikanischer Herkunft, immerhin 110 haben asiatische Wurzeln.

Die vorbildhaften VC-Firmen

Nach den Kriterien der Future List schneiden vor allem die großen Kapitalgeber schlecht ab: Bluerun Ventures und die in New York ansässige Union Square Ventures haben jeweils null Punkte bei Gender und Ethnicity und bilden das Schlusslicht. Andreessen Horowitz, eine der heißesten VC-Firmen im Silicon Valley, liegt auf Platz 58, Peter Thiels Founders Fund auf Platz 47. Google Ventures schafft es immerhin auf den 18. Platz. Ein besseres Bild zeigt sich schon beim renommierten Startup-Accelerator YCombinator auf Platz sieben. Am besten schnitt im Gesamtranking Floodgate ab, die Firma hat unter anderem Refinery29, Lyft und Twitter im Portfolio. Auf Platz zwei ist Cowboy Ventures. Deren Gründerin Aileen Lee stieg bei Kleiner Perkins aus, um ihre eigenen Fonds aufzustellen und gilt als eine der wichtigsten Frauen in der kalifornischen VC-Szene. Ihr ehemaliger Arbeitgeber liegt übrigens trotz des großen Diskriminierungsfalls aus Platz zwölf.

Wie die Future List zu ihrem Namen kam? Die Studienautoren glauben, dass Diversität die Zukunft der Unternehmen sichern kann und zu einem vielfältigeren Bild in der Gründerszene führt. Die gesamte Liste mit Reihung nach den unterschiedlichen Kriterien ist bei The Information zu finden.

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About Author

Berichtet als freie Silicon Valley-Korrespondentin über Technologie und Wirtschaft und betreibt seit 2014 das Portal Fillmore.

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