Wie das Viral Content-Portal Upworthy das Internet gewinnt

Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr +

Das Viral Content-Portal Upworthy zog innerhalb weniger Monate Millionen von User an. Redakteur Adam Mordeica erklärte bei einem Talk in San Francisco die Sharing-Strategie des Startups.

Ist Ihnen diese Headline zu reißerisch? Verständlich. Aber sie hat Sie dazu verführt, diese Zeilen zu lesen. Genau solche Headlines sind das Erfolgsgeheimnis des Startups Upworthy. Die Website startete Anfang letzten Jahres und macht im Grunde nichts anderes als vorhandene Inhalte – meist zu politischen oder sozialen Themen – so aufzubereiten, dass sie sich rasch im Netz verbreiten. So baute Upworthy innerhalb kurzer Zeit eine Reichweite von 10 Millionen Usern im Monat auf. Wie das Unternehmen die Viralität schafft, erklärte Redakteur Adam Mordeica Ende Juni in einer Runde von Journalisten und Marketern.

Mordeicas Job ist es eigentlich vorwiegend, Inhalte zu kuratieren: “Die große Kunst ist allerdings nicht, den Content zu finden oder zu schaffen, sondern ihn zu einem Social Media-Hit zu machen.”

Upworthys Viral-Strategie

  • “Schreibe 25 Headlines”, lautet die Editorial Guideline von Upworthy. Man finde immer eine bessere, die noch mehr Klicks erzeugen kann, weiß Mordeica. So “zwingen” sich die Redakteure dazu, lang und intensiv über die Headline nachzudenken.
  • “Mach’ das Teilen einfach”: Die Share-Knöpfe auf Upworthy sind kaum zu übersehen. Und sie sind effektiv. Mordeica zufolge können kleine Tweaks auf der Website Traffic-Zuwächse im dreistelligen Prozentbereich bewirken.
  • “Fokussiere dich auf Facebook”: Auch wenn Twitter und Tumblr bemerkenswerte Userzahlen haben, so sind sie für Upworthy im Vergleich zu Facebook eine Nische. “Wir haben noch keine gute Twitter-Strategie”, gibt Redakteur Mordeica zu. Dafür habe sich das Startup von Anfang an auf die Masse in Facebook konzentriert.
  • “Achte auf die Mütter”: Mütter sind eine wichtige Zielgruppe, berichtet der Upworthy-Kurator, da diese viel Zeit auf Facebook verbringen. Außerdem: “Ich frage mich immer: Würde meine Mutter das in ihrem Netzwerk teilen?” Für Mordeica ist diese Frage ein wichtiger Indikator, dass die Headline nicht zu frech, der Inhalt nicht zu politisch und das Bild nicht zu verwerflich ist.
  • “Wähle ein gutes Bild”: Das Vorschaubild auf Facebook hat laut Mordeicas Erfahrungen einen großen Einfluss auf die Klickfreudigkeit der User. Das Bild sollte nicht zu viel zeigen und neugierig machen.
  • “A/B Testing”: Upworthy investiert viel Zeit in die Analyse des Traffics und den Erfolg der ausgesendeten Links. Mordeica empfiehlt Tools wie Optimize.ly oder Bitly zum Tracken von Links.
  • “Der Zeitpunkt ist egal”: Viele Studien sind schon zur perfekten Uhrzeit für den Facebook-Post erschienen. Am Ende jedoch ist alles eine Glückssache, findet Mordeica: “Einige unserer größten Hits haben wir Freitagabend gepostet”.
  • “E-Mail nicht unterschätzen”: Upworthy verfolgt eine sehr offensive Email-Strategie und tut vieles, um den gelegentlichen Leser zum Newsletter-Abonnenten zu machen. “Wenn uns Facebook einen Strich durch die Rechnung machen sollte, haben wir so noch immer einen konstanten Kanal.
(Artikel erschienen bei Werbeplanung.at)

Share.

About Author

Berichtet als freie Silicon Valley-Korrespondentin über Technologie und Wirtschaft und betreibt seit 2014 das Portal Fillmore.

Leave A Reply